Zastava

Die Geschichte der serbischen Waffenfabrik Zastava Arms reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück und macht sie zu einem der ältesten noch bestehenden Waffenhersteller Europas.

Gründung (1853)

Die Ursprünge liegen in der Stadt Kragujevac. Am 27. Oktober 1853 wurden dort erstmals vier Kanonen und zwei kurze Haubitzen gegossen – dieses Datum gilt als offizielle Gründung von Zastava Arms. Die Fabrik entstand als staatliches Militärwerk des damaligen Fürstentums Serbien.

Aufstieg im 19. Jahrhundert

Zwischen 1856 und 1860 wurde die Produktion modernisiert. Die Fabrik gehörte zu den ersten auf dem Balkan, die Waffen mit austauschbaren Bauteilen fertigen konnten. In den 1880er Jahren entwickelte sie moderne Repetiergewehre auf Basis des Mauser-Systems, darunter das sogenannte „Mauser-Koka“-Gewehr.

Zwischenkriegszeit

Nach dem Ersten Weltkrieg produzierte die Fabrik Gewehre des Typs M24 unter Lizenz von FN Herstal. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden neue Fertigungsanlagen für Gewehre, Munition und Maschinengewehre.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Fabrik stark beschädigt. Nach der Befreiung von Kragujevac 1944 nahm sie jedoch innerhalb weniger Monate die Produktion wieder auf.

Jugoslawische Zeit

In der sozialistischen Ära Jugoslawiens wurde die Fabrik unter dem Namen „Crvena Zastava“ („Rote Fahne“) bekannt. Sie entwickelte zahlreiche militärische Waffen, darunter:

das Selbstladegewehr M59,
das Sturmgewehr Zastava M70,
die Maschinengewehre M84 und M87,
die Pistolen CZ99 und M88,
sowie Scharfschützengewehre wie das M93 „Black Arrow“.

Besonders die M70-Serie, eine robuste Weiterentwicklung der sowjetischen AK-47, machte Zastava international bekannt.

Die 1990er Jahre

Während der Jugoslawienkriege litt das Unternehmen unter UN-Sanktionen. 1999 wurde die Fabrik während der NATO-Luftangriffe auf Jugoslawien erneut beschädigt.

Zastava heute

Heute ist Zastava Arms der wichtigste Hersteller von Handfeuerwaffen in Serbien. Das Unternehmen exportiert den Großteil seiner Produktion in mehr als 40 Länder und produziert sowohl militärische als auch zivile Waffen (Jagd- und Sportgewehre, Pistolen und Luftgewehre). Seit 2019 existiert zudem die US-Tochtergesellschaft „Zastava Arms USA“.

Historische Bedeutung

Die Fabrik spielte eine zentrale Rolle in der serbischen und jugoslawischen Rüstungsindustrie. Aus demselben Industriekomplex entstand später auch der Automobilhersteller Zastava Automobiles, der durch den Kleinwagen „Yugo“ weltbekannt wurde.

Damit blickt Zastava Arms auf eine über 170-jährige Geschichte zurück – von einer kleinen Kanonengießerei des Fürstentums Serbien bis zu einem internationalen Waffenexporteur.

Alle 2 Ergebnisse werden angezeigt